#CoronaEltern: So geht’s Familien in der Pandemie!

Seit Montagabend rollen Wut, Enttäuschung, Erschöpfung und laute Rufe durch das Netz: Der Hashtag #CoronaEltern macht offenbar, wie es Familien in der Krise geht. Ich hatte bereits vor etwas über einer Woche bei Instagram dazu aufgerufen, euch bei mir zu melden. Geplant war der folgende Blogbeitrag: Acht schonungslos offene Antworten von Familien unterschiedlicher Konstellationen dazu, wie sie mit der Coronakrise zurechtkommen. Danke an Jasmin, Lisa, Julia, Katia, Meike, Anna, Johanna und Laura, die sich in all dem Wahnsinn noch die Zeit genommen haben, mir meine Fragen zu beantworten.

Die Quintessenz: Wir alle schlagen uns tapfer, aber wünschen uns auch mehr Unterstützung. Finanzielle Entlastungen, um mehr Zeit für die Betreuung zu haben etwa. Aber auch therapeutische Hilfen für Kinder mit besonderen Bedürfnissen. Oder eben mehr Flexibilität von Arbeitgebern, Schulen und Universitäten. Alle Familien, alle #CoronaEltern, waren sich soweit einig: Wir wollen keine vorschnelle Öffnung von Schulen und Kitas – wir wollen solidarische Unterstützung von Gesellschaft und Politik. Wer Solidarität einfordert, muss sie uns eben auch gewähren.

Ich wünsche euch, dass ihr euch irgendwo in diesen Interviews wiederfindet. Wenn nicht – schreibt mir, in die Kommentare, per Mail, bei Instagram: Wie geht es euch aktuell? Was wünscht ihr euch, was braucht ihr oder fehlt euch? Lasst uns gemeinsam laut werden!

7 #CoronaEltern im Gespräch

Jasmin, 34, schreibt als @darshanawhynot auf Instagram über Feminismus, Rassismus und Inklusion – sowie über ihr Leben mit Klara, die mit dem Pitt-Hopkins-Syndrom geboren wurde.

Wer gehört alles zu eurer Familie?

Klara (2,5 Jahre) und ich (34 Jahre).

In welchem Umfang bist du berufstätig?

Ich arbeite 10 Stunden die Woche für ein Antidiskriminierungsforum-Projekt und mache dort Öffentlichkeitsarbeit. Ab und zu freelance ich auch als Übersetzerin

Hat die Coronakrise Auswirkungen auf dein Beschäftigungsverhältnis? Wenn ja, welche?

Nur, dass ich von zu Hause arbeiten muss, ohne Kitabetreuung. Was natürlich bedeutet, dass ich kaum arbeite. Auf mein Gehalt wirkt sich das aber nicht aus.

Welche Auswirkungen hat der Lockdown auf deine Betreuungs- und Familiensituation?

Wir sind aktuell zu Hause und ich betreue Klara (wie sonst halt auch, nur ohne Kita).
Ab und zu nimmt meine Mutter sie auch, aber das wird jetzt auch anders, da sie bald wieder arbeiten muss. Dann kommt sie wieder nur am Wochenende.

Wie löst du das Vereinbarkeitsproblem – bekommst du Unterstützung?

Ja von meinen Eltern und von der Mutter von Klaras Vater auch ab und zu.

Welche sind gerade die größten Herausforderungen in der aktuellen Situation?

Wegfallende Therapien und dass Klaras wichtige Förderung in der Kita auch ausbleibt.

Was hilft dir, die Doppelbelastung auszuhalten?

Die Unterstützung meiner Eltern und der Austausch mit Freundinnen.

Wie gut gelingt die Selbstbetreuung parallel zur Lohnarbeit aktuell?

Gut, aber es ist eben sehr anstrengend.

Welche Hilfen oder Lösungen würdet ihr/würdest du dir aktuell wünschen?

Mehr Unterstützung im Bereich Betreuung sowie finanzielle Unterstützung.

Lisa (links) ist eine Hälfte des Familienblogs „Stadt Land Mama„, auf Instagram @stadtlandmama. Gemeinsam mit Katharina hat sie außerdem das Buch „Wow Mom“ veröffentlicht – bevor sie drei Kinder homeschoolen musste. (Abdruck honorarfrei)

Wer gehört alles zu eurer Familie?

Wir sind Vater, Mutter, 13jährige Tochter und elfjährige Zwillingsjungs. Wir wohnen auf einem Mehrgenerationshof, da sind also auch noch Onkel, Großonkel, Großeltern mit am Start.

In welchem Umfang seid ihr berufstätig?

Mein Mann ist Vollzeit beschäftigt und fest angestellt und ich bin als Selbstständige im Homeoffice quasi ständig erreichbar, hab aber mittags auch die Kinder noch.

Hat die Coronakrise Auswirkungen auf dein Beschäftigungsverhältnis? Wenn ja, welche?

Absolut. Der Mann arbeitet systemrelevant und ist im Grunde mehr weg als zuvor. Ich persönlich beschule derzeit drei Gymnasiasten und komme unterdessen zu fast nichts anderem, muss Aufträge ablehnen oder Abgaben verschieben. Das macht sich sehr deutlich in Umsatzeinbußen bemerkbar. Zudem gibt es durch die Unsicherheit vieler Auftraggeber, wie es finanziell weitergeht, auch generell nicht mehr so viele Anfragen.

Wie verteilt ihr Care- und Lohnarbeit aktuell?

Ich bin rund um die Uhr neben dem Job auch für die Kids zuständig. Der Mann arbeitet tagsüber außer Haus.

Welche sind gerade die größten Herausforderungen in der aktuellen Situation?

Die Nerven nicht zu verlieren. Wir werden als Eltern von der Politik bislang komplett übersehen. Es kann nicht sein, dass von uns verlangt wird, alles alleine zu schultern, die Betreuung, die Beschulung UND die Arbeit. Das ist schlicht nicht möglich.

Was hilft euch, die Doppelbelastung auszuhalten?

Ab und zu mal die Erziehung komplett einzustellen. Auch mal zu sagen: Es geht nicht mehr, dann sind die Aufgaben halt nicht gemacht. Aufträge abzulehnen. Das ist aber alles andere als leicht und sehr, sehr unbefriedigend.

Wie gut gelingt Selbstbetreuung/Homeschooling parallel zur Lohnarbeit aktuell?

Es funktioniert überhaupt nicht. Ich glaube ja schon, dass Mütter Superkräfte haben, aber ich kann nicht parallel einen konzentrierten journalistischen Text schreiben (plus dauernd unterbrochene Telefoninterviews, weil irgendwer schreit) und dabei die binomischen Formeln in Mathe einführen, während die anderen Kinder einen Wutanfall über 40 Bio-Arbeitsblätter (ja, auch mit Sexualkunde, wir werden in keinster Weise verschont) bekommen und ich parallel Fischstäbchen brate, weil ja alle dauernd Hunger haben. Ach, und wo ist eigentlich mein Füller? Und kannst du mir beim Experiment für Physik noch kurz Natron besorgen?

Welche Hilfen oder Lösungen würdet ihr euch aktuell wünschen?

Familienentlastung JETZT! Wie oft bin ich in den letzten Wochen heulend zusammengebrochen. Auch während ich dieses Interview grad in den Computer tippe, läuft im Nebenzimmer der Staubsauger, weil wieder das Müsli umgefallen ist, und sitzt neben mir jemand mit Youtube-Video (mit Musik!), damit ich mal ganz kurz was machen kann. Wir brauchen entweder eine Aussetzung der Schulpflicht, denn beschäftigen können sich unsere Kids mittlerweile selbst, aber ein englisches Buch für den Unterricht versteht sich eben nicht von selbst, da muss ich dann auch mal ganze Kapitel mitlesen, um bei der Beantwortung der Aufgaben helfen zu können. Das GEHT nicht. Oder Corona-Elterngeld und -Elternzeit, damit nicht sämtliche Homeschooler und Homeofficer geradewegs ins Burnout rennen. Auch eine Vorverlegung der Sommerferien, um Zeit zu sparen käme für mich in Betracht. Ich könnte zwar nicht so arbeiten wie vorher, aber wenigstens ein bisschen. Das ist während der Schulbegleitung schlicht unmöglich. Ansonsten gibt es so viele Rettungsschirme für Unternehmen. Warum nicht für Familien? Ich denke da an die Alleinerziehende, die trotz kleinen Zwillingen, die die Bude auseinander nehmen, Vollzeit arbeiten muss, um überhaupt ihre Miete zahlen zu müssen.  Das ist weder für die Kinder schön, noch für den Arbeitgeber, noch für die Mutter. Es gibt nur Verlierer in dieser Sache. Und da MUSS jetzt politisch was passieren.

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Julia ist unter anderem Reisebloggerin und auf Instagram unter @julies_travelblog zu finden. Dort nimmt sie uns mit auf ihre Reise quer durch Thüringen.

Wer gehört alles zu eurer Familie?

Mein Mann und ich leben zusammen in einer 2-Raum Wohnung mit unserem Sohn, der jetzt 1 ½ Jahre alt ist.

In welchem Umfang seid ihr berufstätig?

Ich arbeite 30 Stunden pro Woche plus meine Tätigkeiten für meinen Blog als Nebengewerbe und ehrenamtliche Projekte. Mein Mann arbeitet Vollzeit.

Hat die Coronakrise Auswirkungen auf dein Beschäftigungsverhältnis? Wenn ja, welche?

Ich habe meine Arbeitszeit auf 20 Stunden pro Woche reduziert und arbeite im Homeoffice. Mein Mann kann auch von zu Hause aus arbeiten. Dadurch haben wir nur geringe Einkommensverluste, wofür wir sehr dankbar sind.
Allerdings ist ein konzentriertes und effizientes Arbeiten für beide von uns schwierig. Dafür müssen vor allem die Kollegen meines Mannes Verständnis aufbringen.

Welche Auswirkungen hat der Lockdown auf eure Betreuungs- und Familiensituation?

Wir betreuen unseren Sohn selbst und sind alle drei den ganzen Tag zu Hause. Seit Januar war der kleine Mann eigentlich im Kindergarten und ich habe in dieser Zeit im Homeoffice gearbeitet und ihn nachmittags betreut.

Wie verteilt ihr Care- und Lohnarbeit aktuell?

Nun arbeiten wir nacheinander: Bis 15 Uhr betreue ich unseren Sohn und arbeite, wenn er Mittagsschlaf macht, am späten Nachmittag oder auch abends bis ich ins Bett gehe. Je nachdem, was für Aufgaben im Haushalt und in meiner persönlichen Arbeitswelt noch anstehen.
Mein Mann übernimmt die Betreuung am Nachmittag, kümmert sich um Einkäufe, das Abendessen und ebenso wie ich um den Haushalt.

Welche sind gerade die größten Herausforderungen in der aktuellen Situation?

Den eigenen Ansprüchen an die Arbeitsleistung und Betreuung des Kindes gerecht zu werden. Den Kopf im richtigen Moment ein- und ausschalten zu können, um die Konzentration dahin zu lenken, wo man sie gerade haben möchte. Auch wenn nebenan der Kleine lacht, weint oder nach der Mama ruft.

Und am Ende des Tages die fehlende Zeit für sich selbst. Mir fällt es gerade sehr schwer, stille Momente zu finden, in denen ich mal in mich hinein horchen kann. Um die innere Balance wieder zu finden. Ich bin ein Mensch, der eigentlich regelmäßig Zeit allein und in Ruhe braucht.

Was hilft euch, die Doppelbelastung auszuhalten?

Frische Luft! Mit dem Kind spazieren zu gehen, Sonne auf der Haut zu spüren ist das Beste, was mir gerade hilft. Ich spüre extrem, wie mir die tägliche Bewegung fehlt. Und am Wochenende den Laptop aus lassen. Wenigstens an einem Tag.

Gleichzeitig lese und höre ich natürlich von Familien, die noch viel größeren Belastungen ausgesetzt sind und richtig an ihre Grenzen kommen. In diesen Momenten ziehe ich meinen Hut und bin sehr dankbar für unsere vergleichsweise glimpfliche Situation.

Wie gut gelingt die Selbstbetreuung parallel zur Lohnarbeit aktuell?

Wir haben uns in den letzten Wochen an die Situation gewöhnt und ich bin so dankbar, dass wir beide zu Hause sind und uns mit unserem Sohn abwechseln können! Das ist immer noch anstrengend, aber eine große Erleichterung im Vergleich zu Haushalten, in denen eine Person im Homeoffice die Kinder betreuen soll. Ich habe es probiert – das ist nahezu unmöglich!

Welche Hilfen oder Lösungen würdet ihr euch aktuell wünschen?

Ich wünsche mir, dass die Regierung realistisch auf den neuen Alltag von Familien blickt. Im Moment ruht man sich darauf aus, dass das irgendwie schon funktioniert.

Überall wird für alle Maßnahmen für Verständnis geworben, bedingt durch die aktuelle Situation. Diese erfordern aber auch besondere Hilfestellungen, die es so bisher nicht gab.

Dafür muss man gedanklich neue Wege gehen, sich etwas trauen. Etwa Ausgleichszahlungen für Lohnausfälle oder ein bedingungsloses Grundeinkommen für einen bestimmten Zeitraum. Die Möglichkeit, die Schulpflicht auszusetzen, wenn ein Homeschooling nicht gewährleistet werden kann. Oder die Option, dass Schüler in kleinen Gruppen zusammen lernen können.

Katia Simon ist freiberufliche Redakteurin, Lektorin und Autorin. Auf Instagram lässt sie uns unter @buecherprinzessin an ihrem Alltag teilhaben.

Wer gehört alles zu eurer Familie?

Ich lebe zusammen mit meiner 3-jährigen Tochter. Und wir haben noch eine Katze.

In welchem Umfang bist du berufstätig?

Ich arbeite in Vollzeit freiberuflich als Lektorin, Redakteurin und Autorin.

Hat die Coronakrise Auswirkungen auf dein Beschäftigungsverhältnis? Wenn ja, welche?

Auf meine Auftragslage hat die Krise (bisher) keine Auswirkungen. Das ist auf der einen Seite natürlich sehr gut, weil ich weiter arbeiten kann und Geldeingänge habe. Auf der anderen Seite stellt es mich vor besondere Herausforderungen.

Welche Auswirkungen hat der Lockdown auf deine Betreuungs- und Familiensituation?

Meine Tochter ist inzwischen seit fünf Wochen zuhause. Bei uns in NRW soll ab dem 27.4. die Notbetreuung auch für Alleinerziehende geöffnet werden. Ob uns tatsächlich ein Platz zusteht, weiß ich noch nicht. Ich habe aktuell auch Bauchschmerzen beim Gedanken, meine Tochter in die Notbetreuung zu geben, zum einen wegen der vielen und unkalkulierbaren Kontakte, die sie dort hätte, zum anderen weil sie sich im normalen Kita-Alltag schon sehr schwer tut. Die aktuellen Bedingungen werden das sicher nicht einfacher machen.

Wie löst du das Vereinbarkeitsproblem – bekommst du Unterstützung?

Ich arbeite – wie immer – von Zuhause aus. Meine Tochter betreue ich 24/7 alleine. Deshalb ist ihr Medienkonsum deutlich höher als normalerweise, vor allem, damit ich in Ruhe notwendige Telefonate führen kann. Den Hauptteil meiner Arbeit erledige ich abends und nachts, wenn sie schläft. Ich habe mein Schlafpensum auf ca. drei bis fünf Stunden reduziert. – Zum Glück bin ich auch sonst eine Wenigschläferin und Abendarbeiterin. Trotzdem schaffe ich nicht so viel wie gewohnt und kann nicht alle Abgabetermine halten. Das setzt mich unter großen Druck.

Welche sind gerade die größten Herausforderungen in der aktuellen Situation?

Mir fehlen vor allem Zeit für mich und Ruhe – und natürlich auch Arbeitszeit. Meine Tochter vermisst die Nachmittage im Park mit Freunden, die wöchentlichen Büchereibesuche usw.

Was hilft dir, die Doppelbelastung auszuhalten?

Mental: Die Hoffnung, dass die aktuellen Einschränkungen sinnvoll sind und das Wissen darum, dass auch diese Situation einmal vorbeigehen wird.
Lebenspraktisch: Unser Biokisten-Abo! Ich habe es noch nie so geliebt wie jetzt. Denn Einkaufen gehen ist aktuell noch unangenehmer als sonst.
Für mein inneres und äußeres Gleichgewicht: jeden Tag Yoga und tanzen.

Wie gut gelingt die Selbstbetreuung parallel zur Lohnarbeit aktuell?

Ich bin wirklich froh, noch kein Schulkind zu haben und mich nicht mit Schulstoffvermittlung befassen zu müssen! Meine Tochter beschäftigt sich allerdings so gut wie gar nicht alleine. Das begrenzt meine Möglichkeiten sehr und verschiebt meine Arbeit eben in die Nacht. – Das werde ich nicht noch monatelang durchhalten können!

Welche Hilfen oder Lösungen würdest du dir aktuell wünschen?

Das ist wirklich schwer zu sagen. Wie gesagt sehe ich die Notbetreuung durchaus auch kritisch, zumal meine Tochter – im Vergleich zu vielen anderen Kindern – die Kita nicht vermisst. Sie genießt die viele Zeit mit mir sehr, hätte aber gerne mehr Aufmerksamkeit. Deshalb: Weniger Arbeit und mehr Geld wären gut. Auf finanzielle Mittel aus den Nothilfen habe ich aber keinen Anspruch. 

Meike, auf Instagram @meikeunddieminis, ist eine meiner ältesten Instagrambekanntschaften und hat, wie ich, zwei Kinder im Abstand von 1,5 Jahren.

Wer gehört alles zu eurer Familie?

Mein Ehemann, zwei Kids, 2,5 Jahre und 4 Jahre, und ich.

In welchem Umfang seid ihr berufstätig?

Mein Mann Vollzeit, ich theoretisch 75%, das reicht aber nie. Ich habe eine leitende Funktion und bin ständig für das 15 köpfige Team erreichbar. 

Hat die Coronakrise Auswirkungen auf dein Beschäftigungsverhältnis? Wenn ja, welche?

Ich arbeite aktuell in Kurzarbeit, aber viele Projekte sind grad besonders relevant, um die Zukunft des Unternehmens zu sichern. Daher arbeite ich grade mehr, um meinen Teil dazu beizutragen.

Welche Auswirkungen hat der Lockdown auf eure Betreuungs- und Familiensituation?

Unsere beiden Kinder sind zuhause, mein Mann und ich im Homeoffice, das heißt oft parallele Videokonferenzen und damit viel Abstimmungsarbeit. Und jedes Mal wieder die schwere und nervenaufreibende Entscheidung, welcher Termin grade wichtiger ist. 

Wie verteilt ihr Care- und Lohnarbeit aktuell?

Ich würde sagen, es liegen so 90% bei mir, da mein Mann einen neuen Job angefangen hat und mitten in der Einarbeitung ist. Die ist eh schon schwierig ausschließlich per Video.

Welche sind gerade die größten Herausforderungen in der aktuellen Situation?

Die Nerven zu behalten, den Kindern gerecht zu bleiben, den eigenen Anspruch irgendwie an die Situation anzupassen. 

Was hilft euch, die Doppelbelastung auszuhalten?

Wein, viel Wein ;-), Sport als Ausgleich, sich jeweils gegenseitig auch „rumdödel-Zeit“ einräumen.

Wie gut gelingt die Selbstbetreuung parallel zur Lohnarbeit aktuell?

Wir schaffen es tatsächlich noch, den Fernseher nur selten anzuschalten. Das liegt aber vor allem daran, dass die Kids dank des geringen Altersunterschieds gut miteinander spielen und nicht an unserer sensationellen Pädagogik.

Welche Hilfen oder Lösungen würdet ihr euch aktuell wünschen?

Mmmh, ich bin da zwiegespalten. Natürlich wäre eine offene Kita herrlich, da mein Sohn und ich aber Lungenkrank sind, bin ich tatsächlich ganz froh um die erzwungene „Quarantäne“. Auch wenn ich echt an meine nervlichen Grenzen komme ab und zu.

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Anna ist Mathematikerin und gibt als @annakoreander auf IG Einblicke in ihr Leben.

Wer gehört alles zu eurer Familie?

Das Kind (13 Jahre), mein Partner und ich.

In welchem Umfang seid ihr berufstätig?

Mein Freund und ich promovieren beide, er hat eine 100%-Stelle mit Lehre, ich eine
75%-Stelle ohne Lehre.

Hat die Coronakrise Auswirkungen auf dein Beschäftigungsverhältnis? Wenn ja,
welche?

Ich mache jetzt nur noch Homeoffice, was insofern unproblematisch ist, als dass ich schon vor Corona einen Laptop von der Uni zur Verfügung gestellt bekommen haben und auch nicht praktisch arbeite, also beispielsweise keine Laborarbeit machen muss. Außerdem arbeite ich seit Beginn der Promotion mindestens zwei Tage pro Woche im Homeoffice, da meine Uni 300 km entfernt ist und ich nicht die komplette Woche unterwegs sein möchte.

Welche Auswirkungen hat der Lockdown auf eure Betreuungs- und Familiensituation?

Das Kind ist immer hier und muss beim Homeschooling betreut werden. Das läuft leider auch mit 13 noch nicht von alleine (zumal sie sich allgemein nicht besonders für Schule begeistern kann und dementsprechend größere Motivationsschwierigkeiten hat beim
Zuhause lernen), von der Schule kommt wenig Unterstützung abgesehen von Wochenplänen (pro Fach) und Arbeitsmaterialien zum Ausdrucken.

Wie verteilt ihr Care- und Lohnarbeit aktuell?

Wir haben keine festen Zeitpläne (wir sind alle drei eher Chaot*innen, da würde das eh nicht funktionieren), Haushalt und Essen machen haben wir sowieso aufgeteilt. Das Kind braucht hauptsächlich schulische Unterstützung, ansonsten ist sie mit Spotify, Audible, Netflix und all
ihren Mangas zufrieden. Größtenteils arbeite ich im Wohnzimmer und steh ihr dafür zur Verfügung, ich bin arbeiten in der Form gewohnt (ich war lange alleinerziehend) und komme damit besser zurecht als mein Freund, der mehr Ruhe zum Arbeiten braucht.

Welche sind gerade die größten Herausforderungen in der aktuellen Situation?

Das Kind dazu zu motivieren, ihre Schulsachen zu machen und sie beim sich selbst strukturieren unterstützen. Und dabei noch eine halbwegs ertragbare Stimmung aufrechtzuerhalten.

Was hilft euch, die Doppelbelastung auszuhalten?

Große Flexibilität beim Arbeiten – niemand wartet auf das, was ich mache, und ich muss nicht zu bestimmten Zeiten arbeiten. Ich hab einmal im Monat ein Projektgruppenmeeting, abgesehen davon hab ich nur mir selbst gestellte Deadlines.

Wie gut gelingt Selbstbetreuung/Homeschooling parallel zur Lohnarbeit aktuell?

Nach den ersten schwierigen 1,5 Wochen, die quasi nur aus mit dem Kind über Schulsachen streiten bestanden, lief es ganz gut. Ich denke, unsere Umstände sind vermutlich die besten, die man aktuell haben kann (und ich finde es trotzdem nicht einfach und entspannt). Und jetzt gerade sind Osterferien und ich hatte eine Woche Urlaub, das entstresst natürlich einiges.

Welche Hilfen oder Lösungen würdet ihr euch aktuell wünschen?

Ich würde mir wünschen, dass das Unterrrichten mehr von der Schule übernommen wird und nicht einfach nur Arbeitsaufträge und mittelmäßig strukturierte Pläne verschickt werden.
Unterricht via Video wäre großartig, oder zumindest einmal pro Woche direkter Lehrer*innen-Kind-Kontakt. Interaktive Aufgaben über die Lernplattform, via Chat, via Email usw. und nicht nur Listen mit Aufgaben wären toll. Einfach ein Ausnutzen der technischen Möglichkeiten, die doch die meisten zur Verfügung stehen haben, und dann gern auch weniger nah am Lernplan, wenn es sonst nicht machbar ist.

Idealerweise wäre es so, dass die Lehrer*innen und Schüler*innen mit Laptops oder Tablets ausgestattet werden (und nicht auf private Geräte zurückgreifen müssen), und der Unterricht von Lehrer*innenseite so gestalten wird, dass die Schüler*innen nicht auf Elternunterstützung angewiesen sind. Aber bei einem Schulsystem, das schon im Normalzustand darauf baut, dass Eltern sich aktiv in den Schulalltag einbringen, ist das natürlich nur ein Traum.

Ansonsten, wenn das nicht möglich ist (Lehrer*innen haben ja auch Kinder, die sie im Moment betreuen müssen), fände ich es auch eine Überlegung, die Arbeitsmaterialien nur als freiwilliges Angebot zur Verfügung zu stellen. Ich weiß, so einfach ist das nicht, und mehrere Monate ausfallender Unterricht können nicht so leicht nachgeholt werden, aber so wie es aktuell läuft, lernt zumindest mein Kind auch nicht wahnsinnig viel.

Johanna ist Krankenpflegerin und gehört zum Blog Das Tamponkollektiv. Dort und auf Instagram als @tamponkollektiv liefert sie feministischen Content mit gesundheitspolitischer Note.

Wer gehört alles zu eurer Familie?

Wir sind der Klassiker: Vater, Mutter und Kind. Unser Kind ist 4 ½ Jahre alt. Zu unserem Haushalt gehören zudem noch 3 Katzen und ein Aquarium.

In welchem Umfang seid ihr berufstätig?

Mein Ehemann arbeitet als Heilerziehungspfleger 38,5 Wochenstunden in einer Großeinrichtung für Menschen mit Behinderung. Ich arbeite 30 Wochenstunden als Gesundheits-und Krankenpflegerin im Krankenhaus, auf einer gynäkologischen-geburtshilflichen Station. Die Arbeitszeiten sind vor allem bei mir sehr variabel, durch z.B. Einspringen bei Krankheitsfällen im Team.

Hat die Coronakrise Auswirkungen auf dein Beschäftigungsverhältnis? Wenn ja, welche?

Plötzlich sind wir „systemrelevant“ und es wird uns von allen Seiten gedankt, aber das hat alles einen bitteren Nachgeschmack.

Arbeite ich heute allein auf der Station? Wird morgen die 12-Stunden-Schicht eingeführt? Haben wir genug Masken, die wir nach hygienischen Standards wechseln können? Gehen mit den Lockerungen die Infektionsfälle wieder nach oben? Ein Leben im ständigen Wechsel. Wie viele Fälle von Corona gibt es in der Einrichtung für Menschen mit Behinderung? Wie sieht die Exit-Strategie in dieser Einrichtung aus?

Es ist ja schön und gut, wenn in Bayern alle Pflege- und Betreuungskräfte in den Krankenhäusern, Pflegeheimen und Einrichtungen für Menschen mit Behinderung 500€ zusätzlich bekommen, aber was ist danach? Wieviel bleibt denn von der Solidarität für „systemrelevante“ Berufe übrig?

Sehen wir doch mal der Tatsache ins Gesicht: Pflegekräfte und Betreuungskräfte sind nämlich ein reiner Kostenfaktor. Unsere Arbeit ist sehr stark von Idealismus geprägt und nicht vom rein wirtschaftlichen Denken á la „Produzieren-Verkaufen-Gewinn“. Dennoch haben wir in den letzten Jahren genau das erlebt. Warum müssen denn Krankenhäuser Gewinne erwirtschaften? Gewinn vs. Ethik, ist das alles. Eine Pflegekraft oder eine Betreuungskraft mehr, für würdige Versorgung, die aber gleichzeitig Lohn kostet. Ich befürchte, da wird nach der Coronakrise wieder mächtig geschraubt, auf Kosten der „systemrelevanten“ Mitarbeiter.

Welche Auswirkungen hat der Lockdown auf eure Betreuungs- und Familiensituation?

Unserem Kind steht die Notbetreuung im Kindergarten zu, aber das ist leider nicht so einfach, wie andere vielleicht denken. Zeitweise war unser Kind dort ganz alleine, was natürlich blöd ist, wenn niemand anders zum Spielen da ist. Da gab´s dann gleich in der Früh Diskussionen, ob nun in den Kindergarten gegangen wird oder nicht. Zeitweise hat eine Kollegin von mir auch ihr Kind in die Notbetreuung geben können. Aktuell geht unser Kind nur in den Kindergarten, wenn es weiß, dass dort auch ein anderes Kind ist. Ansonsten geht es zur Oma oder es gibt eine Betreuung zu Hause.

Wie verteilt ihr Care- und Lohnarbeit aktuell?

Das teilen wir so gut es geht fair auf.

Welche sind gerade die größten Herausforderungen in der aktuellen Situation?

Zum einen die Ungewissheit, wie die Arbeit in der Klinik sein wird und welche Änderungen einen dort erwarten, sind ätzend.

Das andere Problem ist, das mein Ehemann unter Cluster-Kopfschmerzen leidet und sich seit Januar in einer instabilen Phase befindet. Eigentlich hätte er im April in eine Klinik sollen, zur Erholung, was aber abgesagt wurde. Eine chronische Erkrankung ist bereits eine Herausforderung an und für sich. In einer instabilen Phase ohnehin. Und in einer instabilen Phase während einer Pandemie ein gefühlter Super-Gau. Es ist total belastend zu sehen, wie der geliebte Partner physisch und psychisch leidet, und es gerade keine adäquate Versorgung gibt. Da leidet irgendwann die ganze Familie daran.

Was man nicht unterschätzen darf ist auch die Situation von unserem Kind. Es fühlt sich oft alleine, will nur in den Kindergarten, wenn andere Kinder dort sind, etc. Oft ist unser Kind nicht ausgelastet, wenn es zu Hause war und uns fehlen dann oft die Kraft und die Nerven, sie ordentlich zu betreuen. Wir geben stets unser Bestes, aber den Kindergarten, mit all den Kindern zum Spielen, das können wir nicht ersetzen. Kinder brauchen andere Kinder.

Was hilft euch, die Doppelbelastung auszuhalten?

Wir versuchen uns gegenseitig die nötigen Freiräume und Erholungszeiten zu geben. Er spielt gerne Computer und ich bin nebenher als Schriftstellerin aktiv. Als Paar versuchen wir auch zusammen Zeit zu verbringen, z.B. Filmabende oder Spieleabende.

Dann versuchen wir gezielt Familienaktivitäten zu machen, z.B. längere Spaziergänge in der Umgebung mit Picknick oder Ritterturniere im Garten. Da haben wir das Glück im ländlichen Raum zu leben.

Wir merken dennoch, die Einschränkungen für Ausflüge und Urlaube. Das fehlt uns schon sehr.

Wie gut gelingt Selbstbetreuung parallel zur Lohnarbeit aktuell?

Es gibt Tage, wo es ganz gut klappt, und dann mal weniger. Da sind Tage, wo wir voller Tatendrang sind und dann wieder Zeiten, wo häufiger mal die Glotze läuft.

Welche Hilfen oder Lösungen würdet ihr euch aktuell wünschen?

Eine Familienkur wäre eine feine Lösung. Als komplette Familie wegfahren, jeder bearbeitet seine Baustellen und gleichzeitig erholen wir uns dabei. Ich hoffe, wir können das bald in Angriff nehmen. Es würde auch schon viel bringen, wenn mein Ehemann in eine Spezialklinik könnte (es gibt eine in Kiel) und ich mit Kind in der Nähe eine Ferienwohnung beziehen.

Generell wünschen wir uns einen politischen Wandel und ein Umdenken in der Gesellschaft. Weg von diesem neoliberalen FDP-Gewäsch („Der Markt regelt das.“ Ja, das sehen wir an den Preisen für Masken und Schutzkleidung *Ironie off*.) und dem konservativen Unions-Blabla. Es ist so ärgerlich, dass die Union als große Krisenmanager gerade dasteht, obwohl deren Politik das Gesundheits- und Sozialwesen so derbe runtergewirtschaftet haben. Ein Gesundheitsminister, der noch vor kurzem noch Sprüche gemacht hat wie „Es ist niemand gezwungen Kassenarzt zu werden.“ oder im Januar noch davon geredet hat, dass das Infektionsrisiko für Corona in Deutschland gering ist. Sowas geht gar nicht.

Ebenso darf man nicht vergessen, dass Markus Söder auch nicht der strahlende Held ist, wie es vielleicht aussieht. Herr Söder twittert einfach drauf los, und macht Versprechungen. Allein diese 500€ zu bekommen ist ein Aufwand. Wie die kostenlosen Essen & Getränke für die Mitarbeiter in den Kliniken und Heimen finanziert und organisiert werden sollen, wurde am 31.3.2020 , also einen Tag vor Beginn der Aktion, durch das Ministerium bekannt gegeben. Der Mann, der sich auch der AfD-Rhetorik bedient hat, wird derzeit als Kanzlerkandidat gehandelt.

Laura und ihre Frau haben gemeinsam zwei Töchter und erleben gerade, wie angenehm die gemeinsame Zeit auch sein kann – selbst wenn im nächsten Semester doppelte Arbeit droht.

Wer gehört alles zu eurer Familie?

Meine Frau (Kerstin), unsere 2 Töchter, 7 (Mathilda) und 4 (Emilie) Jahre alt und ich (Laura).

In welchem Umfang seid ihr berufstätig?

Meine Frau arbeitet normalerweise 30 Stunden in einem Labor als Technische Assistentin und ich mache ein Vollzeitstudium zur Kindheitspädagogin.

Hat die Coronakrise Auswirkungen auf dein Beschäftigungsverhältnis? Wenn ja, welche?

Kerstins Arbeitsverhältnis bleibt bestehen, sie soll so gut es geht Homeoffice machen, was in ihrem Fall schlecht geht, so, dass sie nur wenig am PC sitzt, zum Beispiel für Online-Konferenzen oder um ein paar Dinge zu organisieren, zu sortieren. Ich mache zum Teil Online-Lehre. Da ich aber im Praxissemester wäre, was heißt 2 Wochen Kita und 1 Woche Hochschule im Wechsel, ist es nur wenig theoretischer Input, der zeitlich relativ flexibel erarbeitet werden kann. Inwieweit das Praktikum nachgeholt werden muss, bleibt abzuwarten. Bisherige Aussagen sind, dass die 60 Praxistage in den folgenden Semestern nachgeholt werden können/ müssen, was bei einem Vollzeitstudium schwierig sein wird.

Welche Auswirkungen hat der Lockdown auf eure Betreuungs- und Familiensituation?

Mit dem Lockdown sind die Kinder natürlich bei uns zu Hause, da sie nicht mehr in Schule, Hort und Kindergarten gehen können. Wir übernehmen gemeinsam die Betreuung oder auch abwechselnd, je nachdem wer welche Verpflichtungen wegen Arbeit oder Studium hat. Lange Phasen beschäftigen sich die Kinder auch zu zweit und spielen.

Auf unsere Familiensituation hat das ehrlich gesagt positive Auswirkungen, da wir zurzeit mehr Muße haben. Wir gehen gemeinsam raus mit dem Fahrrad, den Inlinern oder zu Fuß. Wir spielen Spiele. Wir nehmen jede Mahlzeit gemeinsam ein. Wir lesen den Kindern mehr vor und haben einfach mal Zeit für Gespräche, die sonst im Alltag zu kurz kommen. Darüber kommen auch immer wieder Themen aus Kita und Schule hoch, die uns die Kinder nie erzählt haben. Klar gibt es auch Streit durch das dichte aufeinander hocken und wir müssen manchmal separiert was unternehmen, das birgt aber auch ein gewisses Potential, zum Beispiel einem Kind besonders nahe zu kommen.

Wie verteilt ihr Care- und Lohnarbeit aktuell?

Lohnarbeit macht ganz klar meine Frau alleine. Subsumiert man Studium unter Arbeit, sind wir relativ ähnlich darin eingebunden. Deswegen teilen wir uns die Aufgaben des täglichen Lebens untereinander gut auf. Jede macht was sie kann und was ihr liegt. Das hat sich auch in dieser Situation nicht geändert, was wohl auch etwas sehr charakterisierendes/typisches für Regenbogenfamilien ist.

Welche sind gerade die größten Herausforderungen in der aktuellen Situation?

Für mich stellt die größte Herausforderung die Unsicherheit über den Weitergang meines Studiums dar. Und ein bisschen auch, die große Tochter zu den Schulaufgaben zu bewegen, den Kindern die Zähne zu putzen, sie anzuziehen und sie aus dem Haus zu bekommen. 😉

Was hilft euch, die Doppelbelastung auszuhalten?

Doppelbelastung trifft bei uns nicht zu. Meine Angst wegen des Studiums kompensiere ich, indem ich die Zeit versuche so gut es geht zu genießen und Kräfte zu sammeln. Außerdem nähe ich als gelernte Herrenschneiderin Masken und versuche so auch etwas Soziales zu tun und sage mir, das braucht die Welt gerade mehr als eine Studentin, die sich stresst, weil sie ihr Studium nicht in der vorgesehenen Zeit absolviert. Ich mache Sport, der mir unheimlich gut tut und für den die Zeit sonst nicht reicht. Meine Frau kann sich völlig ihren Beeten im gemeinsamen Garten mit Freunden widmen. Und wir essen gut und nachhaltig.

Wie gut gelingt Selbstbetreuung/Homeschooling parallel zur Lohnarbeit aktuell?

In unserem Fall ist das zwar eine Herausforderung, gelingt aber sehr gut. Meist kann sich meine Frau eine Stunde am Tag zu unserer Tochter setzen und sie in den Aufgaben unterstützen.

Welche Hilfen oder Lösungen würdet ihr euch aktuell wünschen?

Wenn ich mir überlege, dass meine Frau in der nächsten Zeit wieder arbeiten gehen wird und die Kinderbetreuung aufgestockt wird, dann werden meine Kommilitonen ohne Kinder vermutlich ihr Praxistage antreten können. Da meine Tochter aber keine in systemrelevanten Berufen arbeitende Eltern hat, werde ich mich weiter um sie zu Hause kümmern müssen. Und da würde ich mir wünschen, dass auch die Unis und Hochschulen uns Studierende mit Kindern wahrnehmen und entlasten würde. Das ist allerdings ein sehr persönlicher Wunsch. Für andere Familien mit viel relevanteren Wünschen maße ich mir kein Urteil an.

#CoronaEltern: Wie geht es euch?

In all den Interviews ist wunderbar zu sehen, wie vielfältig die Situationen von Familien in Deutschland gerade sind. Deshalb nun die Frage an euch: Wie geht es euch damit? Schreibt es mir in die Kommentare oder schickt mir eine Nachricht bei Instagram! An alle interviewten Frauen ein herzliches Dankeschön! <3

#einefixeIdee und emanzipatorische Arbeit unterstützen

Dieser Blog ist nicht nur Herzensprojekt, sondern auch harte Arbeit. Mit vielfältigen Themen, aufwändiger Recherche und den zusammengetragenen Interviews möchte ich euch hier hochwertigen Content liefern, der unsere Idee von der Utopie, einer gleichberechtigten Gesellschaft, voranbringt. Da wir Frauen sowieso viel zu viel unbezahlte Arbeit leisten, bitte ich dich deshalb, meinen Blog durch einen kleinen Beitrag zu unterstützen. Entweder kannst du mir HIER einen Kaffee spendieren oder du nutzt den Button unterhalb der Kommentare, um einen selbst festgelegten Beitrag zu wählen. Ich danke dir!

3 thoughts on “#CoronaEltern: So geht’s Familien in der Pandemie!

  1. Hallo,
    ich bin Daniela, bin verheiratet und habe zwei Jungs im Alter von 8 und 11 Jahre.

    Wie es uns geht?
    Uns geht es gut – keiner ist krank – alle fit.
    Und wir haben mehr Zeit für unsere Kinder. Spielen, miteinander Zeit verbringen, zu hören, spazieren gehen, Natur genießen …einfach schön.
    Ich genieße es, mal keine Termine zu haben sondern „nur meine Arbeit“ und meinen Mann und die Kinder.

    Wie wir arbeiten?
    Um die Kinderbetreuung rings herum. Ich habe eine 60%ige Anstellung und muss außer Haus. Meine Selbständigkeit (40%) mache ich im Home Office mit ganz viel Mama Rufen 🙂
    Mein Mann hat eine 75% Anstellung und arbeitet auswärts, oft auch samstags.

    Die Kinderbetreuung?
    Teilen wir uns beide. Mal er, mal ich. Meine Arbeitszeiten sind flexibel, das geht schon.

    Die Aufgaben der Kinder?
    Der Große arbeitet relativ selbstständig, braucht nur Motivation. Der Kleine braucht mehr Hilfe … muss halt gehen.

    Es ist tatsächlich anstrengend Kinderbetreuung und Arbeit unter einen Hut zu bekommen, ABER:

    Ich bin der Meinung, man soll die gemeinsame geschenkte Zeit mit den Kindern genießen!

    Im Alltag sind doch die meisten im Hamsterrad und haben gar nicht so viel Zeit für die Kinder.

    1. Hallo Daniela,

      vielen Dank für deine Einblicke! Ich freu mich, dass das alles bei euch so gut klappt und ihr die Zeit – trotz allem – genießen könnt. 🙂
      Tatsächlich empfinde ich es ein bisschen anders – wir haben nicht mehr Zeit mit den Kindern. Gefühlt ist es sogar weniger, weil durch die mangelnde Trennung von Arbeits- und Familienzeit so viel miteinander verschwimmt, dass ich immer mit dem halben Kopf bei der Arbeit bin. Nun sind meine Kinder aber auch noch sehr viel kleiner und entsprechend betreuungsintensiver. 😉
      Ich wünsche euch, dass ihr alle gesund bleibt!
      Liebe Grüße,
      Celsy

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