Keine Angst vor Sichtbarkeit

Sichtbarkeit ist für viele Selbstständige ein schwieriges Thema. Es geht geradezu die Angst vor der Sichtbarkeit um. Schauen wir uns an, was uns daran hindert, für uns zu werben, und wie wir damit umgehen können!

Kann es sein, dass du Hemmungen hast, deinen Blogartikel zu bewerben, weil du Angst hast, was die Leute denken? Oder dass du deine Produkte gar nicht vorstellst, weil du Angst hast, dass sowieso niemand kauft? Tatsächlich ist die Angst vor der eigenen Sichtbarkeit meiner Erfahrung nach eine der größten Hürden, über die Soloselbstständige im Geschäftsalltag hinweg springen müssen. Dabei hat die Angst ganz unterschiedliche Ursprünge. Lass uns doch mal schauen, was sich dir eigentlich in den Weg stellt!

Angst vor der Sichtbarkeit: Die beobachten mich doch alle! 

Am häufigsten höre ich, wenn ich Selbstständigen sage, sie sollen mal mehr Werbung für sich machen, dass sie Angst haben, Fehler zu machen. Das würden dann ja alle sehen und wie peinlich wäre das?

Das Beruhigende ist: Die meisten Menschen werden erst einmal gar nicht wahrnehmen, dass du da bist. Viele sind so mit sich selbst beschäftigt, dass sie überhaupt nicht merken, dass auch du plötzlich auf der großen Bühne des Internets erscheinst.

Bei Instagram zu posten, einen Newsletter zu verschicken oder einen Blog anzulegen ist auch trotz des Internets nicht, als ob du eine große Bühne betrittst und vor einer riesigen Zuhörerschaft stehst, die dir alle gebannt an den Lippen hängt. Vielmehr steht die Crowd im Innenraum und schnattert. In Grüppchen wird geklönt, gelacht, manche machen Fotos, andere versuchen selbst eine Ansprache zu halten. Nur ganz, ganz wenige registrieren überhaupt, dass du da bist.

Was erst einmal so entmutigend klingt, weil wir ja eigentlich darauf hoffen, direkt viele Menschen zu erreichen, kann der absolute Mutmacher sein. Denn: Wenn erst einmal nur wenige Notiz von dir nehmen, dann gibt dir das Zeit, dich auszuprobieren. Du musst nicht gleich die Arschbombe machen – du kannst auch erst einmal ganz in Ruhe die Zehen ins Wasser stecken und die Temperatur prüfen.

Am Ende ist auch Sichtbarkeit vor allem eines: Gewöhnungssache.

Angst vor der Sichtbarkeit: Hallo Impostor!

In meinem “Mach es fix!” Gruppenmentoring wurde relativ zu Beginn klar: Das fehlende Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten war für viele Mentees eine der größten Hürden. Ich kenne das. Oft, wenn ich eine Idee habe oder ein neues Projekt beginnen möchte, denke ich, ich müsste zuerst noch jenen Kurs absolvieren oder diesen einen Workshop besuchen. Hauptsache dazu lernen, damit mein Wissen auch absolut wasserdicht ist. Dabei ist das eigentlich Quatsch: Niemand wird dafür bezahlt, ALLES zu wissen.

Ich würde einfach behaupten, wenn du mit dem Schritt in die Selbstständigkeit liebäugelst oder schon selbstständig bist, dann weißt du schon eine Menge. Du beherrschst deinen Job. Natürlich macht es Sinn, Grundqualifikationen zu erwerben. Aber früher oder später kommt der Punkt, an dem dich kein Funken Wissen davon entbinden kann, auch sichtbar zu werden. Denn wem nützt du denn mit all deinem Wissen, wenn die Leute gar nicht wissen, dass du es hast?

Die Angst vor der Sichtbarkeit resultiert oft auch aus der Frage: “Warum ausgerechnet ich?” Viele Frauen kämpfen an der Stelle mit dem Gefühl, dass es doch schon genug andere in der Branche gibt, die das so viel besser können als man selbst. Kann es sein, dass du in Momenten, in denen du an deinem Marketing sitzt, glaubst, du hättest doch gar nichts Besonderes mehr beizutragen? Erwischt!

Tatsächlich kann ich dir eins versprechen: Niemand macht deinen Job genauso wie du! Das heißt: DU bist dein eigener USP (Unique Selling Point). Dein persönlicher Ansatz, die Kombination aus Wissen, deinem Charakter und deiner Art, Dinge anzupacken, macht die besondere Mischung, die nur du mitbringen kannst.

Es fällt uns nur schwer, das zu sehen, weil wir von klein auf zur Bescheidenheit erzogen werden. Je nach Ausprägung des Selbstbewusstseins kann das dazu führen, dass wir uns selbst gar nicht erlauben, zu glauben, dass unser Beitrag wertvoll sein könnte. Ich weiß genau, wovon ich dabei rede: Ich bin zwar eigentlich eine ziemliche Rampensau, lebe aber schon immer in dem Glauben, dass ich eigentlich niemand Besonderes wäre. Entsprechend dachte ich lange, mein Mentoring-Programm wäre eine Schnapsidee. Nun stellte sich heraus: Genau mich hats aber doch noch gebraucht. Denn ein Mentoring für soloselbstständige Mütter, das eben nicht auf “höher, schneller, weiter”, sondern auf Konsistenz und Vereinbarkeit angelegt ist, das gab es vorher so nicht.

Was hilft gegen das Impostor-Syndrom?

Eine meiner Mentees sagte in unserem Abschluss-Call so treffend: “All das Wissen, das ich habe, mal strukturiert zu Papier zu bringen, half echt gegen das Impostor-Syndrom!” Kann ich nur bestätigen. Vor dem ersten Mentoring dachte ich, ich hätte den Frauen nichts mitzugeben. Als ich mich dann aber hinsetzte und die Wochenaufgaben sowie die Impuls-Papiere ausformulierte, stellte ich fest: Ich weiß ja tatsächlich, wovon ich rede. Bahnbrechend, oder?

Nimm dir also die Zeit, an eigenen kleinen Cheat-Sheets, Blogartikeln, Booklets oder Ähnlichem zu feilen. Halte dich dabei gar nicht an der Unsicherheit auf, ob das denn wirklich gut genug ist. Sondern kippe erst einmal all dein Wissen und deine Erfahrungen an einen Ort. Du wirst sehen, dass du das meiste, was du brauchst, schon längst mitbringst.

Was außerdem immer gut für die Seele ist: Feedback von Kund*innen einsammeln. Frag Kooperationspartner*innen, Kund*innen, Kolleg*innen explizit nach kleinen Testimonials. Mache dir Screenshots, wenn dich jemand bspw. in den Instagram-Stories weiterempfiehlt. Dann nimm diese Sammlung direkt zur Hand, wenn das Impostor-Syndrom kickt. Du bist gut in dem, was du tust. Das hast du schwarz auf weiß.

Angst vor der Ablehnung

Mit der Angst vor Sichtbarkeit geht ja auch oft die Angst vor Ablehnung einher. Du gibst ein Stück von dir selbst preis. Es fühlt sich an, als ob du DICH preisgibst. Immerhin geht es hier um dein Business, das nicht nur deine Existenz, sondern im Zweifel auch dein Herzensprojekt ist. Da fühlen sich Ablehnung oder Kritik schon anders an. Es ist einfacher, mit etwas nicht punkten zu können (also beispielsweise nicht zu verkaufen), das einem nicht so viel bedeutet, als genau dann kritisiert zu werden, wenn man mit dem Herzensprojekt losgeht.

Genauso schwingt bei Social Media Marketing oft die Angst vor Followerverlust und ablehnenden Nachrichten oder Kommentaren mit. Wir fürchten uns davor, dass Leute uns entfolgen oder einen Shitstorm bescheren, wenn sie unser Angebot uninteressant oder schlicht doof finden.

Was mache ich gegen die Angst vor Ablehnung?

Halte dir vor allem immer vor Augen: Die Selbstständigkeit ist ein Teil von dir, aber du bist nicht deine Selbstständigkeit. Das heißt, selbst wenn Menschen dein Angebot kritisieren, kritisieren sie NICHT dich. Kritik, ausbleibende Verkäufe, offene Ablehnung – all das hat selten mit dir zu tun, sondern viel häufiger mit den Personen selbst. Entweder sind sie mit ihrem Leben unzufrieden und brauchen dich als Blitzableiter. Oder sie haben dein Angebot noch nicht verstanden, sind sich noch nicht klar, dass es ihnen sogar helfen könnte. Alternativ sind sie schlicht nicht deine Zielgruppe.

Denn genau das ist nämlich auch wahr: Du hast mehr von einer kleinen, aber engagierten und interessierten Followerschaft als von einer großen Community, die aber gar kein Interesse an deinem Business hat. Denn wer kein Interesse hat, bucht dich auch nicht. Du willst aber ja genau die Leute erreichen, die dich a) brauchen und mit denen du b) auch auf einer Wellenlänge bist.

Sichtbarkeit ist Übungssache

Nervosität und Schmetterlinge im Bauch gehören dazu, wenn du das Marketing für deine Selbstständigkeit beginnst. Nur wenige Menschen sind direkt Profis, was die eigene Selbstdarstellung angeht. Es ist ok, dass du dich vorsichtig herantastest. Niemand erwartet Perfektion. Wichtiger als Perfektion ist vor allem eines: Anfangen.

Was beschäftigt dich am meisten zum Thema Sichtbarkeit? Lass uns in den Kommentaren darüber sprechen!

Falls du dich gerne drei Monate in einer coolen, kleinen Gruppe von Frauen intensiv deiner Selbstständigkeit widmen willst, dann ist das “Mach es fix!” Mentoring das Richtige für dich! Wir starten am 1. November mit der neuen Runde. Es sind schon Plätze weg, schau also am besten direkt HIER für weitere Infos vorbei.

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Celsy ist freie Texterin, Journalistin, Dozentin und Gründerin von Eine fixe Idee. Entweder schreibt sie Ratgeber für Kunden, über Familie, Feminismus und Gesellschaftliches oder sie engagiert sich ehrenamtlich und sozialpolitisch. Dabei hat sie immer eine Tasse Kaffee in der Hand. Wie soll man das Leben mit zwei Kleinkindern denn auch sonst überleben?

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