femMit Konferenz – Weil Frauen mutige Vorbilder brauchen

„Ziel der femMit ist es, Mut zu machen, Vorbilder zu zeigen und Vernetzungsmöglichkeiten zu schaffen.“ Romina Stawowy, Initiatorin der femMit, hat Wort gehalten. Am 12. und 13. April fand die femMit – die Konferenz für mehr Frauen in Politik und Medien statt. Ich war an beiden Tagen live dabei und es war GROSS-AR-TIG!

Deshalb wird es den Nachbericht auch in mehreren Teilen geben. Es waren einfach zu viele Eindrücke und zu viel Input, um all dem in einem Blogpost gerecht zu werden. In Teil 1 wird es also um den ganz allgemeinen Eindruck gehen.

  • Was war los?
  • Was war gut, was nicht so sehr?
  • Was hab ich mitgenommen?

Die femMit war meine Konferenz!

Vorweg muss ich eins festhalten: Ich habe mich auf einer Konferenz noch nie so wohlgefühlt wie auf der femMit. Es war, als ob ich endlich dort angekommen sei, wo ich hingehöre: Mitten in allen drängenden Fragen zu Medien und Politik. Immerhin sind genau das meine Themen.
Ich habe mich so wohlgefühlt, dass ich mit allerlei interessanten Frauen gesprochen habe. Bislang hatte ich auf solchen Veranstaltungen immer das Problem, von der reinen Masse an Menschen erschlagen zu werden und mich kaum zu unterhalten. Nicht so auf der femMit. Ich war wie der Fisch im Wasser: genau richtig da, wo ich war.

Meine Frauen der Stunde waren zwei Politikerinnen aus dem Osten Deutschlands: Katja Wolf, Oberbürgermeisterin von Eisenach, und Viola Martin-Mönnich, Stadtratskandidatin in Dresden. In ihrem gemeinsamen Workshop haben sie mir direkt und praxisnah Feedback zu meinen drängendsten Sorgen geben können und haben mir ganz persönlich Mut gemacht. Viola und ich sind mittlerweile auch online vernetzt und noch auf der Rückfahrt bekam ich von ihr das Angebot, mich für Ratschläge von außen bei ihr zu melden. So sieht wahres Empowerment aus!

Nicht zu vergessen sei allerdings auch mein Instatreffen: Auf der femMit habe ich Birgit Meusel, Gründerin der IDEENSPINNEREI in Erfurt und Projekts FRAU MACHT POLITIK, endlich im real life kennengelernt. Online waren wir uns durch unser politisches Engagement schon begegnet, weil eine gemeinsame Bekannte uns vernetzt hatte (hallo Jessi!). Außerdem nutze ich ihren Hashtag #fraumachtpolitik nahezu inflationär. Auf der femMit hatten wir schließlich Zeit zum Kennenlernen und Austauschen.

Zwei Tage, sechs Panels, 15 Workshops

Was fand eigentlich statt? Die femMit fand über zwei Tage, am 12. und 13. April, in der Media City in Leipzig statt. Das Programm war in zwei Blöcke organisiert: An Tag 1 fanden fünf Panels statt, an Tag 2 schließlich 15 verschiedene Workshops in drei Blöcken. Im Nachgang erklärte Romina mir, dass diese Aufteilung der Aufzeichnung von „Riverboat“ geschuldet war, die am Freitagabend noch stattfand. Aufgrund dieser Aufzeichnung hatte sie am ersten Tag nur ein Studio zur Verfügung.

Am ersten Tag fand im Anschluss zum regulären Programm noch etwas Unterhaltung statt. Comedian Tahnee und Sängerin Leslie Clio gaben ihre Kunst zum Besten und haben damit für einen lockeren Ausklang des ersten Konferenztages gesorgt. Ich habe mich allerdings bereits nach dem Auftritt von Tahnee verabschiedet, da ich echt müde war.

Beide Konferenztage wurden von einem reichhaltigen, kulinarischen Angebot eingerahmt. Es wurde für ausreichend Kaffee gesorgt, außerdem gab es Frühstück, Mittag, Abendessen und immer wieder Kuchen und Obst. An dieser Stelle ein dickes Lob an das Catering: Es war sehr, sehr lecker!

Stereotype – Denken in Schubladen: Offensichtlich haben nur PolitikerINNEN Kinder

Jahresthema der ersten femMit war „Stereotype – Denken in Schubladen“. Zugegeben: Hätte ich es nicht gewusst, wäre ich nicht unbedingt auf das Thema gestoßen. Schlussendlich waren die Panels und die Workshops so vielfältig, dass Schubladen nur selten bedient wurden. Wobei, doch. Eine Schublade wurde immer wieder bedient:

Das Problem für Frauen in der Politik sei, dass die relevanten Entscheidungen immer auf Abendveranstaltungen getroffen würden. Diese könnten Frauen ja nicht besuchen, weil sie sich in dieser Zeit um ihre Kinder kümmern müssten.

Diese Schublade wurde so häufig bedient, dass ich froh war, mit dem Entsetzen über diese stetige Reproduktion nicht allein zu sein. Birgit war ebenfalls mit von der Partie und wurde nicht müde, bei jedem Panel wieder daraufhin zu weisen: Diese Kinder haben auch Väter. Diese können sich auch kümmern. Außerdem haben auch männliche Politiker Kinder, die sie abends vielleicht lieber sehen würden.
An dieser Stelle: Danke Birgit, dass du nicht müde wirst, dich für ein modernes und tatsächlich gleichberechtigtes Familienbild zu engagieren und (mit mir) gegen diese ewige Reproduktion dieses weiblichen Selbstverständnisses zu kämpfen!

Good and bad: Was ich auf der femMit mochte und was nicht

Kurz und knapp möchte ich für euch aufbereiten, was mir an Organisation und Ablauf gefallen hat und was eher weniger.

Positiv waren:

  • die Location: Die Media City in Leipzig ist eine großartige Location. Die Studios für Panels und Workshops waren vielleicht etwas dunkel, aber der Mediengarten war lichtdurchflutet, freundlich und zum Netzwerken genau richtig.
  • Line-Up und Input: Ich habe so unfassbar viel mitgenommen, dass mir immer noch der Kopf schwirrt. Die Panelist*Innen waren mit Frauen wie Maria Furtwängler, Carline Mohr, Teresa Bücker oder Marion Horn wirklich hochkarätig. Einen Platz in mein Herz getalked hat sich allerdings Tarik Tesfu: „Das Patriarchat ist ein alter Lump“ war definitiv die beste Aussage des Tages und sollte als Kaffeebecher-Spruch verkauft werden.
  • die Workshop-Auswahl: Das Angebot an Workshops hätte kaum größer sein können. In drei Blöcken konnten wir aus 15 verschiedenen Workshops wählen. Thematisch habe ich mich total wiedergefunden und wertvollen Input mit nach Hause genommen.

Weniger schön war:

  • die klare Trennung zwischen Workshops und Panels: Ich für meinen Teil hätte mir mehr Durchmischung von Panels und Workshops gewünscht. So war der erste Konferenztag sehr lang und anstrengend, weil wir hauptsächlich konsumiert haben und wenig selbst aktiv werden konnten. Wie oben bereits erwähnt, erklärte Romina mir dies im Nachgang allerdings damit, dass ihr am Freitag durch „Riverboat“ eben ein Studio fehlte.
  • die große Workshop-Auswahl: Das Workshop-Angebot war klasse, aber eben das war auch das Problem. Ich hätte mir einen Block mehr gewünscht, sodass ich einen Workshop mehr hätte besuchen können. So fiel mir die Auswahl in zweien der drei Blöcke sehr, sehr schwer und ich war ein bisschen traurig um die Themen, die ich fallen lassen musste. Aber das war tatsächlich eher ein Luxusproblem.

Mein Fazit: femMit, ich komme wieder!

Unterm Strich bleibt zu sagen: Ich komme zur nächsten femMit gerne wieder! Romina und ihr Team haben eine einzigartig tolle Konferenz auf die Beine gestellt. In den folgenden Teilen werde ich mich nun inhaltlich mit der femMit beschäftigen und freue mich über jede*n, die/der dabei war und ebenfalls ihr/sein Feedback mit mir teilt!

2 thoughts on “femMit Konferenz – Weil Frauen mutige Vorbilder brauchen

  1. Hallo Celsy,

    ich freue mich sehr, dass ich dich und Birgit vernetzen konnte. Aber das „Bekannte“ nehm‘ ich dir ein bisschen krumm 😉 😛

    Liebe Grüße aus Erfurt,
    Jessi

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.