Was der Krebs dir nimmt

Was der Krebs dir nimmt
ist Zeit mit deinen Kindern, in denen du sie lachen, weinen, schlafen siehst. Du verpasst das wertvolle Babyjahr, weißt nicht, von welchem Zeitraum genau sie sprechen, wenn sie sagen: „Und dann hat sie nur gegessen und geschlafen und dann hat sie vielleicht ein bisschen rumgelegen.“
…ist Zeit zu gestalten, dir ein Heim zu bauen.
Du hast keine Gelegenheit, dein Wohnzimmer zu renovieren oder den Garten umzubauen. Du bist voll Neid und vielleicht auch ein wenig Hass, wenn du sie siehst mit ihren Pinterest-Gärten und selbstgebauten Klettergerüsten und den liebevoll gepflegten Beeten.
…ist die Möglichkeit Geld zu verdienen, das du in deine Liebsten und dich selbst investieren könntest.
Du hast nicht gearbeitet und kein Geld verdient und kannst dir also auch dieses Jahr den großen Aufriss nicht leisten. Dein Garten liegt brach, deine Kinder kommen zu kurz, du kannst nicht mithalten mit all denen, die schier unendliche Mittel für das vorzeigbare Heim investieren.
…ist deine Leichtigkeit, mit der du sonst über all das lächelst.
Du vergisst, dass dir diese Oberflächlichkeiten eigentlich egal waren. Du bedauerst deinen eigenen Neid, der nur da ist, weil dein Herz darüber zerbricht, dass du so viel geopfert hast. Du trauerst um dein Wohnzimmer mit den ollen Tapeten und dem dreckigen Teppich. Du trauerst um die fehlende Schaukel im Garten und um all die Ideen für deine Kinder, die du nicht hast.

Du trauerst um dich selbst, weil du manchmal fühlst, dass in all dem, was du gemeistert hast, etwas in dir zerbrach.

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